Was sind Polarlichter?
Polarlichter (Nordlichter = Aurora borealis, Südlichter = Aurora australis) sind Lichterscheinungen in der oberen Atmosphäre nahe den magnetischen Polen der Erde. Sie entstehen, wenn geladene Teilchen (vor allem Elektronen und Protonen) aus dem Sonnenwind oder von koronalen Massenauswürfen (CMEs) entlang Magnetfeldlinien in die Atmosphäre gelangen und mit Sauerstoff- und **Stickstoff-**Atomen kollidieren. Die Atome werden angeregt und emittieren Licht, wenn sie in niedrigere Energiezustände zurückkehren—Grün und Rot von Sauerstoff, Blau und Violett von Stickstoff. So entstehen die bekannten Vorhang-, Bogen- und **Band-**Strukturen des Polarlichts.
Von der Sonne in die Atmosphäre
Sonnenwind und CMEs transportieren geladene Teilchen zur Erde. Die Magnetosphäre der Erde lenkt die meisten ab; wenn aber das interplanetare Magnetfeld mit dem Erdfeld koppelt (besonders bei geomagnetischen Stürmen), können Teilchen entlang Feldlinien zu den Polen eintreten. Sie spiralen in die obere Atmosphäre (etwa 80–300 km Höhe) und kollidieren mit Gasatomen. Je stärker der geomagnetische Sturm (höherer Kp-Index), desto weiter äquatorwärts kann Polarlicht gesehen werden.
Wann und wo
Polarlicht tritt am häufigsten in hohen Breiten (Arktis und Antarktis) auf. Bei Kp 5–6 (Sturmbedingungen) ist es oft in mittleren Breiten sichtbar (z. B. Nord-USA, Mitteleuropa). Bei Kp 7+ können Erscheinungen noch weiter südlich auftreten. Dunkler, klarer Himmel fernab von Lichtverschmutzung bietet die beste Sicht. Cosmic Radar zeigt eine Polarlicht-Aussicht im Tagesreport basierend auf Kp-Index und Raumwetter.
Quellen und weiterführende Links
- NOAA – Polarlicht-Vorhersage – 3-Tage-Polarlicht-Vorhersage
- AuroraWatch UK – Echtzeit-Polarlicht-Alerts und Magnetometerdaten
- ESA Space Weather – Europäische Vorhersagen
- NASA – Polarlicht – Wissenschaft zu Nord- und Südlichtern