Was ist ein geomagnetischer Sturm?
Ein geomagnetischer Sturm ist eine vorübergehende Störung des Erdmagnetfelds durch den Sonnenwind oder koronale Massenauswürfe (CMEs). Bei schnellem und dichtem Sonnenwind oder wenn das Magnetfeld eines CME mit der Magnetosphäre koppelt (besonders bei südwärts gerichtetem interplanetarem Feld), wird die Magnetosphäre gestaucht und gestört. Ströme fließen in Ionosphäre und Magnetosphäre, geladene Teilchen können in die obere Atmosphäre nahe den Polen gelangen und Polarlicht erzeugen. Die Stärke wird global mit dem Kp-Index (0–9) gemessen.
Ursachen: CMEs und Sonnenwind
Die meisten starken geomagnetischen Stürme werden durch erdengerichtete CMEs ausgelöst (Ankunft 1–3 Tage). Schneller Sonnenwind aus koronalen Löchern kann wiederkehrende Stürme verursachen. Die Orientierung des interplanetaren Magnetfelds (IMF) ist entscheidend: eine südwärts gerichtete Komponente ermöglicht magnetische Rekonnektion und effizienten Energieeintrag in die Magnetosphäre.
Kp-Index
Der Kp-Index ist ein planetarer Index der geomagnetischen Aktivität von 0 (ruhig) bis 9 (extrem). Er wird aus bodengebundenen Magnetometern abgeleitet. Kp 0–2: ruhig. Kp 3–4: unruhig. Kp 5–6: Sturm. Kp 7+: starker Sturm. Die Skala ist logarithmisch. Cosmic Radar zeigt den täglichen Kp im Report.
Auswirkungen auf die Erde
Polarlicht: Höherer Kp bedeutet Polarlicht in niedrigeren Breiten. Stromnetze: Geomagnetisch induzierte Ströme (GIC) können Transformatoren belasten. Satelliten: Strahlung und Aufladung. GPS/Funk: Ionosphärenstörungen. Luftfahrt: Polarstrecken können angepasst werden. Vorhersagen (z. B. NOAA SWPC) helfen Betreibern. Cosmic Radar bündelt Kp, Flares, CMEs und Polarlicht-Aussicht im Tagesreport.
Quellen und weiterführende Links
- NOAA – Geomagnetische Stürme – Definition, Ursachen, Auswirkungen
- NOAA – Kp-Index – Planetarer K-Index
- ESA Space Weather – Europäische Vorhersagen
- NASA Magnetosphäre – Erdmagnetfeld