Was 1859 geschah
Am 1. September 1859 beobachtete der englische Astronom Richard Carrington einen weißen Blitz auf der Sonne—einen extrem starken Sonnenflare. Etwa 18 Stunden später traf der zugehörige koronale Massenauswurf (CME) die Erde. Der folgende geomagnetische Sturm war der stärkste dokumentierte der Geschichte: Telegraphen fielen aus oder arbeiteten ohne Batterien (induzierte Ströme lieferten die Energie), Polarlicht war bis in die Karibik, Rom und Japan sichtbar. Techniker meldeten Funken, schmelzende Drähte und Geräte, die mit abgeklemmten Batterien weiterliefen.
Lehren für heute
Ein Carrington-ähnliches Ereignis heute würde Stromnetze, Satelliten und Kommunikation großräumig belasten. Es ist das Referenz-**Worst-Case-**Szenario für Raumwetter und motiviert Vorhersage und Vorsorge (z. B. Netzhärtung, Betreiberwarnungen). NOAA und andere Behörden überwachen die Sonne, damit erdgerichtete CMEs vorhergesagt und Warnungen ausgegeben werden können. Cosmic Radar zeigt täglichen Kp und Raumwetterereignisse.
Quellen und weiterführende Links
- NOAA – Das Carrington-Ereignis – Historischer Überblick und heutige Risiken
- NASA – Historisches Raumwetter – Sonnenstürme und Auswirkungen
- ESA Space Weather – Vorhersage und Vorsorge